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Rassegeflügelzuchtverein Kefenrod und Umgebung 1981 e.V.

 

 

Vererbungsregeln

 

Uniformitätsregel

Die Uniformitätsregel, auch Gleichförmigkeitsregel genannt, beinhaltet, dass die unmittelbaren Nachkommen ( F1- Generation ) zweier erbreiner                     ( homozygote ) Elterntiere im äußeren Erscheinungsbild ( Phänotyp ) einheitlich sind. Die Uniformität kann aber verschieden ausfallen. Entweder stellen eine Zwischenform der beiden Ausgangstypen dar ( intermediär ), oder sie sind in ihrem Erscheinungsbild mit dem hervortretend ( dominant ) vererbendem Elternteil übereinstimmend.

 

Spaltungsregel

Die Spaltungsregel besagt, dass die Nachkommen der F1- Generation ( Inzucht ) in verschiedene Formen aufspalten. Die Zahlenverhältnisse dabei sind regulär, das heißt neben den dem F1- Mischling völlig gleichen Typen treten in der F2 – Generation Individuen auf, welche die gegensätzlichen Merkmale der beiden Großeltern rein aufweisen, und zwar entspricht der prozentuale Anteil der verschiedenen Typen ganz bestimmten Zahlenverhältnissen. Diese konstanten Zahlenverhältnisse sind, entsprechenden bei der ersten Mendelschen Regel erwähnten Fällen, unterschiedlich. Bei dem zwischenelterlichen ( intermediärem ) Erbgang,  gleicht immer hinsichtlich eines gegensätzlichen Merkmalspaares betrachtet, 25% der Individuen dem einen Großelternteil, 50% sind wieder intermediär wie die F1 – Generation und 25%  entspricht dem anderen Großelternteil. Waren die Elternteile dominant – rezessiv vererbend, ist das Verhältnis in der Enkelgeneration  3 zu 1, das heißt bei der z.B. schwarzen ( dominant ) und weißen ( rezessiv ) Elterntiere fallen zunächst in der F1 – Generation phänotypisch 100%  schwarze Nachkommen, von denen aber 25% reinerbig und 75% spalterbig sind. Unter sich verpaart erbringen sie in der F2 – Generation 75% schwarze und 25% weiße Nachkommen.

 

Unabhängigkeitsregel

In allen Körperzellen des Organismus befinden sich Chromosomen. Es sind Anlagenträger, sie in sich mehrere bestimmte Erbfaktoren beinhalten. Das Haushuhn hat 39 Chromosomen. Werden nun Elterntiere, die sich in mehr als nur einem Merkmahlpaar unterscheiden (z.B. schwarze und weiße Gefiederfärbung) verpaart, so übertragen sie die einzelnen Merkmahle  als Anlage unabhängig  voneinander, da diese in verschiedenen Chromosomen liegen. Nach der Spaltungsregel werden also die jeweiligen Merkmale unabhängig von ihrer ursprünglichen Zusammengehörigkeit bei den Ausgangsrassen vererbt.

 

Die intermediäre Vererbung
( zwischenelterliche Vererbung )

Bei der Intermediären Vererbung treten die Eigenschaften beider Eltern bei den Nachkommen „gemischt“ in Erscheinung. So entstehen z.B. aus phänotypisch schwarzen und weißen Andalusier-Hühnern (sogenannte Fehlfarben) aus der Kreuzung blaue Nachkommen. Blau ist also demnach eine Mischfarbe aus Schwarz und Weiß. In der F2-Generation spaltet diese blaue Farbe wieder auf in 25% weiße, 50% blaue und 25% schwarze Nachkommen, so das die Regel abgeleitet werden kann: Bei intermediärer Vererbung erfolgt in der F2-Generation eine Aufspaltung im Verhältnis 1 : 2 : 1. Intermediär können auch andere Merkmahle wie Eischalenfarbe, Ohrscheibenfarbe und Hautfarbe vererbt werden.

 

Die geschlechtsgebundene Vererbung

Auch die Vererbung des Geschlechts verläuft über die Chromosomen. Der Chromosomensatz des Hahns besitzt wie bei allen Vogelmännchen zwei X-Chromosomen, der der Henne nur ein X-Chromosom. Durch die Reduktionsteilung bei der Keimzellenentwicklung enthält jede Samenzelle ein X-Chromosom, aber nur die Hälfte aller Eizellen ein X-Chromosom, die andere Hälfte keines. Bei der Befruchtung der Eizelle ist nun für das entstehende Geschlecht ausschlaggebend, ob  eine Samenzelle auf eine Eizelle mit oder ohne X-Chromosom trifft:  2 mal X  = Hahn,  1 mal X = Henne.

Bei der geschlechtsgebundenen Vererbung liegen bestimmte Erbfaktoren           ( Gene ) auf den X-Chromosomen. So sind z.B. der Silberfaktor und der Sperberfaktor beim Huhn mit den X-Chromosomen verbunden.                  

Beispiele: Paart man einen schwarzen Hahn mit einer gestreiften Henne, sind die männlichen Nachkommen spalterbig gestreift, die weiblichen Nachkommen schwarz. Bei umgekerter Paarung  sind alle Nachkommen gestreift, weil jeder Samenfaden eines reinerbig gesperberten ( gestreiften ) Hahns mit dem X-Chromosom auch den Sperberfaktors enthält und die Sperberung über schwarz dominant ist. Das selbe gilt sinnesgemäß für die Paarung Goldhalsig mal Silberhalsig ( gold*silber ).

Andreas Wiegand